Blüten, Federn und Tropfen

Bisher fand ich die Tabletop-Fotografie für mich nicht besonders interessant, weil ich dabei immer an Produktfotografie dachte. Aber nun habe ich es ausprobiert und hatte viel Spaß beim Experimentieren. Für die Beleuchtung genügten meine vorhandenen Lampen, Taschenlampe und Tageslicht.

Hier habe ich für das Aufbringen der Wassertropfen eine handelsübliche Spritze verwendet (gibt es für wenig Geld in jeder Apotheke), um schön große Tropfen zu erhalten.

Weitere Ergebnisse meiner Versuche in meinem OneDrive-Album

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Weidenröschen

Im Sommer blüht überall an Wald- und Straßenrändern und auf Knicks rosarot das Weidenröschen in meist großen Beständen. Es ist eine begehrte Nährstaude für Bienen und Hummeln.

Zum Herbst entwickeln sich schmale, linealige Kapselfrüchte, deren vier Klappen aufspringen und überaus viele Samen freigeben, die vom Wind verbreitet werden. Wenn man sich diese Samen genauer ansieht, sehen sie äußerst ästhetisch aus und zeigen eine überaus trickreiche Anordnung: Zunächst liegen sie eng verpackt in der Kapselhülle. Sobald die Spitze aufspringt und sich nach außen biegt, werden dadurch die obersten Samen herausgeholt. Sie sind so mit den weiteren verhakt, dass die oberen automatisch die folgenden herausziehen. Die seidenhaarigen Anhänge sind außerordentlich fein, so dass der leiseste Luftzug sie davontragen kann.

 

Fotografisch sind diese Kapseln und Samen eine große Herausforderung. Erst mit dem Focus-Stacking, mit dem ich mich seit einiger Zeit beschäftige, bekomme ich genügend Schärfentiefe, um alles detailliert darstellen zu können. Da das Stacking immer einige Sekunden dauert, muss es während dieser Zeit absolut windstill sein, weil die Härchen so zart und leicht sind, dass sie sofort bewegt werden und dann unscharfe Konturen oder Doppelbilder ergeben.

Ich habe mich schon jahrelang immer wieder mit den Weidenröschensamen befasst. Erst jetzt gelingen mir durch das Stacking die Bilder, die ich mir immer vorgestellt hatte.

 

 

 

Einen kleinen Entwicklungsgang des Weidenröschen mit Bildern aus mehreren Jahren habe ich in einem Webalbum festgehalten, das mit Klick auf eines der Beispielbilder geöffnet wird.

 

Ein besonderes Ereignis: Komet Neowise

Mitte bis Ende Juli gab es am Nachthimmel ein Ereignis, dass außerordentlich selten ist. Der Komet Neowise stattete uns einen Besuch ab. So ein mit Fernglas und sogar bloßem Auge sichtbares Spektakel ist etwas anderes als die von den Medien so hochgejubelten Blutmond-, Supermond- oder BlueMoon-Ereignisse, die über Tausende von Jahren immer wiederkehren und präzise vorhersagbar sind und damit gar nicht mehr besonders sind.

Blick Richtung Norden kurz vor Mitternacht

Ein Komet taucht relativ unvermittelt auf (jedenfalls nach astronomischen Zeitmaßstäben) und die Helligkeit ist nicht genau vorhersagbar. Die Kometenkörper haben eine Größe von einigen Hundert Metern bis wenigen Dutzend Kilometern. Sie bestehen zu einem großen Teil aus Wasser, Eis, Staub und gefrorenen Gasen. Wenn sie sich der Sonne nähern, führt die zunehmende Erwärmung zum Ausgasen. So bildet sich ein Schweif, der bis zu Millionen Kilometern lang, mehr oder weniger hell sein kann und immer von der Sonne weg weist.

1997 war mit Hale-Bopp das letzte Mal, dass ein Komet so gut sichtbar war.

Für die Sichtbarkeit ist ein absolut wolkenloser und möglichst dunkler Himmel notwendig, was in unseren Breiten ja nicht gerade häufig ist. Um den 23. Juli hatte Neowise sein beste Sichtbarkeit, weil er zu der Zeit der Erde am nächsten war, obwohl er sich bereits wieder von der Sonne entfernte.

Sternbild Großer Wagen und Komet Neowise markiert

 

In den Nächten vom 20./21. und 24./25. Juli spielte das Wetter mit und ich fuhr außerhalb des Ortes mit klarer Sicht zum Nordhimmel und ohne störende Ortslichter. In unseren Breiten ist es selbst um Mitternacht in der Richtung Norden noch nicht völlig dunkel. Erst allmählich wurden die Sterne sichtbar. Nach einiger Suche mit dem Fernglas konnte ich den Komenten unterhalb des Sternbildes des Großen Wagens erkennen, ein spannender Moment!

Das Fotografieren erwies sich auch mit Stativ und Funkauslöser als überraschend schwierig. Auf dem Display bzw. im Sucher der Kamera war es zappenduster, ich konnte nur die allerhellsten Sterne erkennen. Der Autofokus war nicht brauchbar, so dass alles manuell erfolgte. Mit Hilfe der Sucherlupe ließ sich dann fokussieren. Moderne Objektiv haben ja keine definierte Unendlichstellung mehr, man muss den Punkt schon selbst finden. Ein weiteres Problem war die Ausrichtung der Kamera: der Komet war so schwach, dass er mit bloßem Auge nur sehr schwach zu sehen war, im Sucher oder auf dem Display aber gar nicht.

So nahm ich zunächst Fotos mit Weitwinkel auf. Auf den Bildern war der Komet dann durch die lange Belichtungszeit gut zu finden. So musste ich die Kamera auf Verdacht behutsam in die gewünschte Richtung drehen. Weitere Fotos mit stärkerer Brennweite folgten, bis ich mich auf 300 mm (= Kleinbild 600 mm) vorgearbeitet hatte.

Komet im Sternenfeld

Die nächste Schwierigkeit war die Belichtung. Im Telebereich wurden die Sterne bei über 2 Sekunden durch die Erddrehung schon zu Strichen. Um selbst bei ziemlich offener Blende genügend Helligkeit auf den Sensor zu bekommen, habe ich den ISO-Wert teils bis auf 25600 hochgedreht!

Fazit: Insgesamt habe ich das seltene Ereignis zwar dokumentiert, die Bilder sind aber nicht so optimal gelungen, wie ich es mir gewünscht hatte. Lichtstarke Festbrennweiten im Weitwinkel- und im Telebereich hätten bessere Ergebnisse gebracht, Zoomobjektive sind eigentlich zu lichtschwach.

Der Klick auf diesen Link führt zu einem Webalbum, in dem meine besten Bilder des Ereignisse zu sehen sind.

Vielleicht haben wir ja Glück und in den nächsten Jahren taucht wieder ein Komet auf, der genügende Helligkeit erreicht, um mit einer Fotoausrüstung fotografiert zu werden.

Man muss einfach mal losgehen

Die Wettervorhersage für den letzten Samstag war zumindest bis zum frühen Nachmittag passabel, so dass eine kleine Fototour zum Eidersperrwerk durchaus erfolgversprechend schien zumal der Zeitpunkt des Niedrigwassers (fotografieren von Strukturen im Watt) günstig war. Also Fotosachen einpacken und los. In erster Linie war ich gespannt, ob die Küstenseeschwalben noch in ihrer Brutkolonie waren. Einige waren noch dort, so dass ich versuchte, diese sehr schnellen und angriffsfreudigen Flieger mit kurzen Verschlusszeiten und dem Autofokusverfolgungsmodus einzufangen. Es entstehen zwar viele Bilder, aber nur so gelingen auch einige scharfe und aus meiner Sicht zeigenswerte.
Ich war dann erst unschlüssig, ob ich noch einmal an der Wasserkante Richtung Badestelle Wesselburener Koog gehen sollte oder gleich ins Koog Cafe (dort sind alle Kuchen unter 300 g als Kekse zu kriegen). Meine Entscheidung, Kaffee und Kuchen an die zweite Stelle zu legen, war dann doch richtig. Zuerst denkt man bei dieser Location im Vorland: Wenig spektakulär. Doch man muss sich erst einmal einsehen und die Motive „umrunden“, dann wird man wie so häufig belohnt.

     

Hier kann man weitere Bilder sehen: Am Eidersperrwerk

Also: Man muss einfach mal losgehen!

Richtige Kamera oder reicht das Smartphone?

Das Smartphone hat in den letzten Jahren immer mehr Funktionen übernommen. Vom reinen Telefon, einem Taschenrechner, einer kleinen Kamera bis hin zu einem Taschen-PC ist ist heute alles enthalten. Das Smartphone ist klein, leicht, immer dabei und hat viele Funktionen. Die Kamera ist mit der Zeit immer besser und die Möglichkeiten für die Nachbearbeitung sind deutlich umfangreicher geworden.
Braucht man nun noch eine Spiegelrefelx oder eine spiegellose Kamera? Es sollen ja sogar schon Smartphone-Bilder bei Wettbewerben auf den ersten Plätzen gelandet sein.

Die Frage ist zunächst berechtigt, kostet doch eine gute Kamera samt Objektiven schnell mehr als eines der aktuellen Smartphones. Wie immer: es kommt darauf an. Im letzten Urlaub habe ich fast gänzlich auf die Spiegelreflex verzichtet. Für die Touren mit dem Fahrrad samt Kind war sie einfach zu groß und zu schwer. Daher glaube ich, an dieser Stelle ein Fazit ziehen zu können.
Für den Gelegenheitsknipser ohne große Ambitionen reicht sicherlich das Smartphone. Es ist immer dabei. Die Automatik macht Fotos, die dem Automatikprogramm einer ausgewachsenen Spiegelrefelx wohl die Stirn bieten kann. Mit den vorhandenen Nachbearbeitungsmöglicheiten lassen sich aus den Fotos noch so einige optische Pluspunkte herausholen.

Und doch: es gibt nur eine Brennweite. Zoom ist immer ein digitaler Zoom, der zu Lasten der Bildqualität geht.
Spielreien mit Blende, Belichtungszeit oder gar Filter sind nicht möglich, es gibt nur das Automatikprogramm. Mit kleinen Tricks kann man etwas eingreifen, aber die Möglichkeiten einer richtigen Kamera, mit Wechselobjektiv und manuellem Modus, können schlicht nicht erreicht werden.
Der zwangsläufig sehr kleine Bildsensor hat auch zwangsläufig Schwächen im Dynamikumfang. Ein heller Himmel, dunkle Schatten, das lässt sich selbst im HDR-Modus des Smartphones nicht mit einem Einzelbild einer richtigen Kamera im RAW-Format vergleichen. Es fehlen auf Grund der kleinen Sensorpunkte schlicht zu viele Bildinformationen, als dass sich dunkle Stellen noch sinnvoll aufhellen lassen. Der Vorteil großer Sensoren bei der Bildqualität und der Dynamik lassen sich eben doch nicht mit Software nachbauen.

Und so musste ich abends doch immer mal wieder die “gute” Kamera herausholen und auf Fototour gehen. Da kann das Smartphone auf Dauer eben doch nicht mithalten.
Als täglicher Wegbegleiter und für schnelle Bilder ist das Smartphone dennnoch gut zu verwenden. Und die beste Kamera ist immer noch die, die man dabei hat.

Die folgenden Bilder sind allesamt mit dem Smartphone aufgenommen und auch mit dem Smartphone nachbearbeitet. Man kann an einigen Stellen gut erkennen, dass Bereiche weiß ausgefressen und schwarz abgesoffen sind – der niedrige Dynamikumfang trotz HDR-Automatik der Software zollt hier Tribut.


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Regentropfen

Nachdem es wochenlang sonnig und trocken war, wurde das Fotografieren im Garten zunehmend schwieriger. Die Blüten und Blätter sahen schlapp und nicht mehr frisch aus. Jetzt regnet es hin und wieder, so dass es vielen auch wieder nicht recht ist. Dabei gibt es so interessante Bilder von und mit Regentröpfchen! Man muss sich nur aufraffen und auch bei diesen Bedingungen Fotos aufnehmen.RegentropfenIch habe es wieder mit dem Focus-Stacking versucht. Der Klick auf das Beispielbild führt zu einem Webalbum, dass gleich als Diashow startet und einige Bilder aus den letzten Tagen zeigt.

Plüschmors

Im Garten steht derzeit alles in voller Blüte und die Bienen und Hummeln sind eifrig auf der Suche nach Pollen und Nektar. Eine gute Zeit für einen  Fotopirsch, um die schnellen Flieger abzulichten. Besonders angetan hat es ihnen der leider giftige Fingerhut. Bei uns kommt er überwiegend als roter Fingerhut vor. Es gibt ihn aber auch in weiß und anderen Farben.

Die Vorliebe liegt möglicherweise daran, dass sie in die Blüte hineinkriechen können und dann Nektar und Pollen auch von Artgenossen ungestört einzusammeln. Das bietet aber auch für uns Fotografen große Chancen, die Insekten im An- und Abflug zu fotografieren. Damit habe ich mich in den letzten Tagen verschiedentlich beschäftigt.

Zur Aufnahmetechnik ist zu sagen, dass ich den ISO-Wert trotz Tageslicht teilweise recht hochgeschraubt habe, um auf eine kurze Belichtungszeit zu kommen. Die Blende lag zwischen 5 und 8, um einen kleinen Spielraum in der Tiefenschärfe zu bekommen.

Zu meinen Album kommt man hier.

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Ausstellungseröffnung

Unser Ausstellung ‘Albersdorfer Ansichten’ ist in kleinem Rahmen eröffnet worden. Wegen der Corona-Krise durfte nur eine beschränkte Personenzahl anwesend sein. Bei schönstem Sommerwetter sprach Herr Dr. Kelm vom Archäologisch-Ökologischen Zentrum Albersdorf die einführenden Worte draußen vor dem Museum. Alfred erläuterte für den Fotoclub dessen Geschichte, dessen Aktivitäten und gab dann einen Überblick über die Vorbereitungen für die Ausstellung.

Wir zeigen eine Auswahl aktueller Fotomotive aus Albersdorf und Umgebung, die teilweise ungewohnte und neuartige Perspektiven auf den Ort, seine Gebäude und die Landschaft auf der Dithmarscher Geest bieten. Zusätzlich zu den großformatigen Bildern haben wir eine Collage erstellt, so dass auch viele Bilder, die es nicht zum Großbild geschafft haben, zu sehen sind.

Ziel unserer Bilder ist es, nicht einfach die sowieso bekannten Motive aus der Touristensicht aufzunehmen. Wir wollten uns auf besondere Ansichten und spezielle Perspektiven festlegen. Vordergrund, Hintergrund, Linienwahl und das richtige Licht waren uns wichtig.

In kleinen Gruppen wurden dann im Ausstellungsraum die Bilder betrachtet.

Mit starken Weitwinkelobjektiven erscheinen Motive plötzlich ganz anders und viel weitläufiger. Teleaufnahmen verdichten, schneiden nur Details heraus, betonen sie und besondere Farb- und Lichtstimmungen sind nur zu bestimmten Jahres- und Tageszeiten zu erzielen.

Die Ausstellung ist bis zum 01. November 2020 von Mittwoch bis Sonntag in der Zeit von 11:00 – 17:00 Uhr im Albersdorfer Museum für Archäologie und Ökologie zu sehen, dieser Link zeigt den Standort des Museums.

Speicherkoog und Wöhrdener Hafen im Frühling

Der Fotoclub war vor vier Jahren schon einmal zu einer Fototour im Speicherkoog. Mich hat es an den Tatort zurückgezogen.

Schon erstaunlich, wie sich das Watt in vier Jahren verändert. Damals waren die Faschinen noch voll Reisig, heute stehen nur noch die Holzpfähle. Von einem Drahtzaun, der voll mit Seetang hing, waren dieses Mal nur noch die senkrechten Metallstangen übrig, das Drahtgeflecht gibt es nicht mehr. Dafür gab es zahlreiche andere Fotomotive.