Strukturen im Watt

Kürzlich habe ich einmal das Angenehme mit dem Nützlichen verbunden und die Kamera mit zum Strand genommen. Es ging mir in der Hauptsache darum, Strukturen im Watt zu fotografieren. Das habe ich schon öfter versucht, war aber bisher mit den Ergebnissen nie zufrieden.
Dieses mal sind einige Bilder herausgekommen, die zeigenswert sind. Das Problem bei dieser Art Bilder ist ja, dass der Zeitpunkt von Niedrigwasser bzw. schon einigermaßen abgelaufenen Wasser und das richtige Licht zusammenpassen müssen. Da hatte ich diesmal Glück.
Ich bin am späteren Nachmittag relativ rechtzeitig mit ablaufendem Wasser losgelaufen, damit ich die Strukturen ohne Fußabdrücke fotografieren konnte, denn es ist zur Zeit bei warmem Wetter viel Betrieb am Strand. Ein Foto meiner eigenen Abdrücke konnte ich mir dann doch nicht verkneifen.

Die unterschiedlichen Strukturen auf dem ersten Bild waren auf einer Strecke von nur ca. 10-12m zu finden!

 

 

Fototour

Am zweiten April machten Inge, Bernd und ich uns bei bestem Wetter auf in den Harz. Es sollte eine Fototour zu zwei Lost Places werden. Nachmittags trafen wir nach einer weitestgehend störungsfreien Fahrt an unserem ersten Ziel ein. Es handelt sich um ein Ende des 19 Jahrhunderts als Kurhotel erbautes Gebäude, das zu DDR-Zeiten in ein FDGB Erholungsheim umgewandelt wurde.

Bernd fand zielsicher die Lücke im Bauzaun, der rund um das Gebäude aufgestellt worden war, um unliebsame Besucher fernzuhalten :-).

Ich war von einer Bekannten schon mit Informationen und Fotos von dem Gebäude versorgt worden. So fiel mir sofort auf, dass es nach ihrem Besuch dort (Ende Dezember 2018), einen Einsturz in einem Teil des Daches gegeben hatte. Auch im Inneren mussten wir uns sehr vorsichtig bewegen, da die Fußböden teilweise nicht mehr sicher waren.

Es gelang uns aber dennoch dort viele gute Motive zu finden. Nach ca. dreieinhalb Stunden Fotoarbeit machten wir uns auf nach Sorge, wo wir Zimmer für die Übernachtung gebucht hatten. Das Hotel war so eine Art DDR-Revival. Die Zimmer waren entsprechend einfach ausgestattet, aber sauber und in Ordnung und in der Gaststätte hingen die Bilder aller Staatsratsvorsitzenden von Stoph bis Honnecker an der Wand. Das Personal war sehr freundlich und äußerst motiviert. So wurde z. B., weil alle Restaurants im Umkreis geschlossen hatten, extra für uns (wir waren an dem Tag die einzigen Gäste) die Küche in Betrieb genommen.

Nach einem guten Frühstück ging es am nächsten Tag zur Johanniter-Heilstätte in Sorge. Dort waren wir angemeldet und wurden auf einem Rundgang sowohl über eventuelle Gefahren, als auch über die Geschichte der Heilstätte informiert. Eingeweiht wurde sie im Jahr 1902 und wurde bis Ende 1967 als Lungenheilstätte betrieben. Danach übernahm die Nationale Volksarmee der DDR den Gebäudekomplex, der fortan als Kurheim für NVA-Angehörige genutzt wurde. Hinter vorgehaltener Hand wurde sie “Faultierfarm” genannt.

Auch dort gab es unzählige Motive. Allein das riesige Hauptgebäude bietet mit seinen ca. 100m Länge Stoff für mehrere Tage. Wir haben auch nur dort fotografiert und nicht in den Nebengebäuden, die auch interessantes zu bieten haben. Ich denke, da wird es wohl einen weiteren Besuch geben 🙂

Wenn wir unsere Bilder bearbeitet haben, werden wir uns zusammensetzen und eine Auswahl zusammenstellen, die wir an einem der nächste Klubabende präsentieren werden. Vorab gibt es hier schon mal ein paar “Leckerlis”:

  

  

  

Lost Places Tour

In der letzten Woche war ich mit einer Bekannten aus Dresden und einer weiteren Fotografin aus dem Ruhrgebiet auf Lost Places Tour in Thüringen und Sachsen-Anhalt. Als Basis für die Tour hatten wir Jena gewählt. Von dort aus haben wir dann Tagestouren zu den einzelnen Locations unternommen.

Am Donnerstag waren wir zunächst noch zu zweit in Zeitz, wo wir vier sehr unterschiedliche Locations “abarbeiten” konnten. Am Freitag ging es zunächst zu einem Kulturhaus aus DDR-Zeiten (erbaut Anfang der 50er Jahre). Hier waren wir angemeldet und konnten “ganz offiziell” fotografieren. Auf der Fahrt zu unserem nächsten Ziel, einer verlassenen Lungenheilstätte, kamen wir in einer kleinen Ortschaft an einer leerstehenden Fabrikantenvilla vorbei und beschlossen, diese näher in Augeschein zu nehmen. Die Villa erwies sich als lohnendes Objekt für uns Fotografen. Das war ein kleiner Trost, denn in der Lungenheilstätte war der Verfall inzwischen u. a. durch einen Brand so weit fortgeschritten, dass es nur noch wenige Motive gab.

Den ganzen Samstag verbrachten wir im Schloss Vitzenburg. Hier gab es unzählige Motive, sowohl innen, als auch außen und in den Stallungen. Diese waren kürzlich für Filmaufnahmen neu hergerichtet worden. Auch hier waren wir angemeldet und offiziell unterwegs.

Am Sonntag fotografierten wir zunächst zwei schon länger abgestellte Werkslokomotiven. Danach ging es zu einem Schloss in Friedrichsroda. Hier mussten wir feststellen, wie sich bei einem Lost Place die Dinge innerhalb einiger Wochen ändern können. Alles war verrammelt und verriegelt. Außerdem gab es Kameraüberwachung. Da war nicht hinein zu kommen. Daher musste Plan B herhalten, ein ehemaliges FDGB Hotel im Thüringer Wald. Dort lag noch viel Schnee und die Leute waren auf den Langlaufloipen unterwegs. Im Hotel, einem Plattenbau aus DDR-Zeiten, gab es Feuchtigkeitseinbrüche durch das undichte Dach. Da das schon länger der Fall war, gab es in vielen Zimmern Algenbewuchs auf Decke, Wänden und dem Boden. In den Leitungen gluckerte manchmal das Wasser. Es war schon etwas gespenstisch dort. Zum Schluss waren wir noch in Westthüringen und haben die alte Kutsche eines Bestatters fotografiert.

Alles in allem eine tolle Tour mit sehr unterschiedlichen Motiven, die mir viel Spaß und Lust auf mehr gemacht hat. Hier sind schon mal ein paar erste Bilder:

 

 

Beelitz-Heilstätten

Zwischen den Feiertagen habe ich eine der letzten Gelegenheiten genutzt um in Deutschlands bekanntestem Lost Place, den Beelitz-Heilstätten bei Potsdam, zu fotografieren.

Die Anlage wurde von der Landesversicherungsanstalt Berlin zwischen 1898 und 1930 als Arbeiter-Lungenheilstätte errichtet und umfasst ca. 60 Gebäude. Es waren getrennte Sanatorien für Frauen und Männer eingerichtet. Der größte Teil der denkmalgeschützten Anlage ist bereits saniert und unterschiedlichen Nutzungen (u. a. Reha- und Parkinson-Klinik) zugeführt. Teile der ehemaligen Wirtschaftsgebäude, darunter das Kraftwerk, wurden mit EU-Fördermitteln umfassend saniert und sind heute ein technisches Denkmal, das durch einen Förderverein betreut wird.

Die Büro- und Aufenthaltscontainer der Baufirma sind bereits aufgestellt. Da die Arbeiten aber erst im April beginnen werden, gibt es für Kurzentschlossene bis dahin eventuell noch freie Termine.

Bei dieser Fototour hatten wir sieben Stunden Zeit, um in den letzten unsanierten Gebäuden – der Zenralbadeanstalt, einem Wohnpavillon des Männersanatoriums, dem Verwaltungsgebäude, dem Heizhaus, der Wäscherei, der Fleischerei, sowie diversen kleinen Wirtschaftsgebäuden – zu fotografieren. Der Erhaltungszustand der Gebäude ist sehr unterschiedlich. In den Wirtschaftsgebäuden ist er eher schlecht bis beängstigend, in der Zentralbadeanstalt, dem Wohnpavillon und dem Verwaltungsgebäude deutlich besser. Hier gibt es auch deutlich weniger Graffitis und mutwillige Zerstörung. Mir ging es wie immer auf solchen Touren – ich hätte die doppelte Zeit gebraucht, um alles “im Kasten” zu haben, was ich wollte :-)). Die hier gezeigten Fotos geben einen ersten Überblick.

 

   

 

Nordsee Impressionen

Das schöne Wetter am Wochenende lockte mich an die Nordsee. Da die Badesaison jetzt zu Ende ist, war ich mit Kamera und Stativ am Samstag zwischen Stinteck und Hedwigenkoog und am Sonntag in Sankt Peter Ording unterwegs um mal wieder Landschaftsfotografie zu üben.

Speziell am Samstag zeigte sich der Himmel mit einigen sehr schönen Wolkenformationen von seiner allerbesten Seite. Am Sonntag waren es vor allem die ersten Herbstfarben, die beeindruckten.

Auf dem Watt-Bild mit dem Steinwall ist im diesigen Hintergrund übrigens der Kabelleger zu sehen, der am “Nordlink-Kabel” nach Norwegen arbeitet.

 

 

Jugendstil-Architektur

Letztes Wochenende war ich auf Einladung einer Dresdener Fotografin zu einem Architektur-Shooting im alten Kaufhaus in Görlitz. Meine erste Begegnung mit diesem Gebäude war bereits 2010 bei meinem ersten Besuch in der Grenzstadt. Das damals zu Hertie gehörende Kaufhaus war gerade geschlossen worden. Man hatte allerdings Gelegenheit durch die Eingangstür in das Innere zu sehen und ich war total fasziniert von diesem großen, lichtdurchfluteten Inneraum.

Eigentlich habe ich nie wirklich gedacht, dass ich einmal die Gelegenheit haben würde, dort zu fotografieren. Aber manchmal ergeben sich ganz plötzlich Dinge, mit denen man nicht rechnet. Für einen Architektur-Begeisterten wie mich, war es ein tolles Erlebnis in diesem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude mit seiner phantastischen Lichtkuppel zu fotografieren. Leider waren Aufnahmen der durchaus sehenswerten Fassade nicht möglich, da in Görlitz gerade das Altstadtfest stadtfand und alles mit Karussels, Zelten und Buden “zugepflastert” war. So mussten wir uns auf den Innenraum beschränken, der ja, wie man sehen kann, auch einiges zu bieten hat. Da wir nur zu viert waren, stand man sich auch selten einmal im Weg. Ich denke, die Bilder sprechen für sich.

 

   

Die Glasmanufaktur

Nach überstandenem Umzugsstress und wochenlangem Strandwetter bin ich jetzt endlich dazu gekommen, die Lost-Places-Fotos meiner Frühjahrstour zu bearbeiten.

Ich hatte mal wieder eine Fototour gebucht. Es ging diesmal nach Polen in eine stillgelegte Glasmanufaktur.

Da ich immer gern weiß, was ich fotografiere, habe ich zusätzlich zu den vor Ort erhaltenen Informationen noch ein wenig recherchiert. Zusammengefasst ist folgendes dabei herausgekommen:

Die Fabrik wurde 1869 von den Gebrüdern Putzler in Penzig in der Oberlausitz, dem heutigen Pieńsk in Polen, gegründet. Die momentan dort stehenden Gebäude sind größtenteils um 1900 entstanden und spiegeln eindrucksvoll den Industrie-Baustil der damaligen Zeit wider. Es durften auch mal Zinnen und Türmchen sein 🙂 . Sehr zeitgemäß auch die Bauweise mit roten und gelben Ziegeln.

1947 schlossen sich die Gebrüder Putzler einer Glashütte in Düren an und das Werk in Pieńsk wurde unter polnischer Regie weitergeführt. Hergestellt wurden Lampengläser (auch für Straßenbeleuchtung), Vasen, Schalen, Schüsseln, Aschenbecher usw.

Anfang der 2000er Jahre ging das Werk Konkurs und das Gelände wurde 2011 von der Stadt Pieńsk ersteigert. Mittelfristig soll dort ein Kultur- und Bildungszentrum entstehen und man möchte auf diesem Wege dauerhaft an den einstigen Industriezweig “Glas” (es gab in und um Pieńsk einmal 13 Glashütten) erinnern.

So viel zur Geschichte, doch nun zu den Bildern:

Alte und neue Architektur

Ich war heute mal wieder in meinem Geburtsort Brunsbüttel (damals hieß das noch Brunsbüttelkoog) um zwei markante Objekte zu fotografieren. Zum einen geht es um den historischen Leuchtturm auf der Mole 1 und zum anderen um das Verwaltungsgebäude der Reederei Erwin Strahlmann.

Der die Zufahrt zu den kleinen Schleusen des NOK markierende Leuchtturm auf der Mole 1 wurde 1895 erbaut. Die 13,40m hohe Gusseisenkonstuktion mit grünem Leuchtfeuer steht auf einem Sockel aus Granitsteinmauerwerk. Die filigran anmutende Bauweise steht in krassem Gegensatz zu modernen Leuchtfeuern. Da die Mole leider nicht mehr betreten werden darf, kamen für die Bilder überwiegend längere Brennweiten zum Einsatz (zw. 66 u. 200mm).

Ein sehr markanter Punkt des Stadtbildes ist das Verwaltungsgebäude der Reederei Erwin Strahlmann. Das durch Form und Materialien sehr hanseatisch wirkende Gebäude wurde 2009 fertiggestellt. Die ästhetisch wirkende Gesamtanlage ist einfach ein Hingucker. Das ist moderne Architektur, wie ich sie leiden mag. Hier konnte ich dann auch wieder mein 24mm Tilt-Shift Objektiv einsetzen. Leider war auch das noch zu lang, um das Parkplatzschild in der Frontansicht “verschwinden” zu lassen. Dafür waren sogar 16mm noch zu lang.

Hier nun die Bilder:

 

Altes Stadtbad Leipzig

Am Wochenende hatte ich eine Fototour im alten Stadtbad in Leipzig gebucht. Das Bad ist schon lange stillgelegt und das gesamte Gebäude steht unter Denkmalschutz. Eine neuerliche Nutzung für den Badebetrieb wäre wohl nach den heutigen Regelungen nicht möglich.

Das Stadtbad war in einen Männer- und einen Frauenbereich unterteilt. Der ehemalige Männerbereich wird heute viel für Veranstaltungen genutzt. Das große Schwimmbecken ist abgedeckt und der Raum mit einer provisorischen Bühne versehen worden. In den Nebenbereichen (Sauna, Umkleide usw,) ist die Gastronomie für die Veranstaltungen untergebracht.

Der Damebereich ist weitestgehend im ursprünglichen Zustand erhalten geblieben. Neben dem großen Schwimmbecken gibt es unterschiedliche Themensaunen und Dampfbäder mit einer tollen Architektur und z. T. aufwändigen Deckenbemalungen. Es ist schon ein wenig überwältigend. Bei etlichen Räumen hat man dieses “Wow-Erlebnis”, wenn man sie betritt.

Hier ist dann mal eine kleine Bilderauswahl: