Pusteblume

Im April und Mai blüht der Löwenzahn.

Für die einen ist er ein lästiges Unkraut, für die Fotografen ein überaus interessantes Motiv mit vielen filigranen Einzelheiten. In jedem Jahr versuche ich mich wieder daran und es gibt verschiedenste Varianten für attraktive Fotos.

Ich habe mich dieses Jahr nicht auf die Blüte konzentriert sondern wollte die Weiterentwicklung zur Pusteblume dokumentieren. Es ist ja ein Wunder, wie sich die Blüte schließt und daraus in kurzer Zeit die unzähligen Fallschirmchen entstehen!

Ein Klick auf das Beispielbild zeigt ein Webalbum mit allen Bildern. Alle Bilder sind wieder per Focus-Stacking entstanden, um auch kleinste Details sichtbar zu machen.

Ach ja:    Frohe Pfingsten    für alle Fotofreunde!
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Vögel am Futterplatz

Wer im Winter Vögel füttert, wird im Laufe der Zeit viele verschiedene Tierarten zu sehen bekommen, die man sonst im Laufe des Jahres praktisch nicht oder nur in größerer Entfernung sieht. Ein Futterplatz ist immer ein Anziehungspunkt. Bei uns steht das Futterhaus katzengeschützt auf einem Pfahl ca. 2-3 Meter vor dem Wohnzimmerfenster.

Das bietet immer wieder Gelegenheiten zum Fotografieren. Die Kamera mit Tele und Einbeinstativ liegt immer bereit. Ein Problem ist Sonnenschein, weil sich dann in der Scheibe allerlei Spiegelungen zeigen, was für flaue und kontrastarme Bilder sorgt. Regentropfen auf der Scheibe sind ebenfalls störend.

Ich bin aber sehr erstaunt und erfreut, was sich trotz des Fotografierens durch die Doppelverglasung an Schärfe und Detailreichtum erzielen lässt.

Klick auf die Bilder zeigt sie auch im Großformat.

Die Bilder direkt am Futterhaus haben den Nachteil, dass das Haus als Hintergrund nicht besonders attraktiv aussieht. Manche Vögel sind auch immer nur sehr kurz am Futterholen oder setzen sich nicht gerade so hin, wie es sich der Fotograf vorstellt.

Aber auch im Umfeld des Futterhauses gibt es Sitzwarten, die dann zwar etwas weiter weg sind, aber selbst Ausschnittvergrößerungen bringen für mich noch befriedigende Bilder.

Auf jeden Fall erlaubt so ein Futterplatz viele Beobachtungen, die einem die triste Jahreszeit etwas verschönern.
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Feuerwerk auf andere Art

Pünkllich zum Jahresanfang beginnt die Zaubernuss (Hamamelis) zu blühen und erfreut uns mit einem Feuerwerk ihrer Blüten, die wie zerknüllte Papierstreifen aussehen. Die orangefarbene Variante ist dabei immer besonders früh, die gelbe folgt wenig später.

Zaubernuss

Wenn man einen Zweig abschneidet und ins Haus holt, blüht er innerhalb eines Tages komplett auf. Das animiert zum Fotografieren. Ein Klick auf das Bild zeigt einige weitere Beispiele.

Mit diesem farbenfrohen Bild senden wir Grüße an alle und wollen Hoffnung auf ein gutes neues Jahr mit vielen fotografischen Ergebnissen wecken.

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Weidenröschen

Im Sommer blüht überall an Wald- und Straßenrändern und auf Knicks rosarot das Weidenröschen in meist großen Beständen. Es ist eine begehrte Nährstaude für Bienen und Hummeln.

Zum Herbst entwickeln sich schmale, linealige Kapselfrüchte, deren vier Klappen aufspringen und überaus viele Samen freigeben, die vom Wind verbreitet werden. Wenn man sich diese Samen genauer ansieht, sehen sie äußerst ästhetisch aus und zeigen eine überaus trickreiche Anordnung: Zunächst liegen sie eng verpackt in der Kapselhülle. Sobald die Spitze aufspringt und sich nach außen biegt, werden dadurch die obersten Samen herausgeholt. Sie sind so mit den weiteren verhakt, dass die oberen automatisch die folgenden herausziehen. Die seidenhaarigen Anhänge sind außerordentlich fein, so dass der leiseste Luftzug sie davontragen kann.

 

Fotografisch sind diese Kapseln und Samen eine große Herausforderung. Erst mit dem Focus-Stacking, mit dem ich mich seit einiger Zeit beschäftige, bekomme ich genügend Schärfentiefe, um alles detailliert darstellen zu können. Da das Stacking immer einige Sekunden dauert, muss es während dieser Zeit absolut windstill sein, weil die Härchen so zart und leicht sind, dass sie sofort bewegt werden und dann unscharfe Konturen oder Doppelbilder ergeben.

Ich habe mich schon jahrelang immer wieder mit den Weidenröschensamen befasst. Erst jetzt gelingen mir durch das Stacking die Bilder, die ich mir immer vorgestellt hatte.

 

 

 

Einen kleinen Entwicklungsgang des Weidenröschen mit Bildern aus mehreren Jahren habe ich in einem Webalbum festgehalten, das mit Klick auf eines der Beispielbilder geöffnet wird.
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Ein besonderes Ereignis: Komet Neowise

Mitte bis Ende Juli gab es am Nachthimmel ein Ereignis, dass außerordentlich selten ist. Der Komet Neowise stattete uns einen Besuch ab. So ein mit Fernglas und sogar bloßem Auge sichtbares Spektakel ist etwas anderes als die von den Medien so hochgejubelten Blutmond-, Supermond- oder BlueMoon-Ereignisse, die über Tausende von Jahren immer wiederkehren und präzise vorhersagbar sind und damit gar nicht mehr besonders sind.

Blick Richtung Norden kurz vor Mitternacht

Ein Komet taucht relativ unvermittelt auf (jedenfalls nach astronomischen Zeitmaßstäben) und die Helligkeit ist nicht genau vorhersagbar. Die Kometenkörper haben eine Größe von einigen Hundert Metern bis wenigen Dutzend Kilometern. Sie bestehen zu einem großen Teil aus Wasser, Eis, Staub und gefrorenen Gasen. Wenn sie sich der Sonne nähern, führt die zunehmende Erwärmung zum Ausgasen. So bildet sich ein Schweif, der bis zu Millionen Kilometern lang, mehr oder weniger hell sein kann und immer von der Sonne weg weist.

1997 war mit Hale-Bopp das letzte Mal, dass ein Komet so gut sichtbar war.

Für die Sichtbarkeit ist ein absolut wolkenloser und möglichst dunkler Himmel notwendig, was in unseren Breiten ja nicht gerade häufig ist. Um den 23. Juli hatte Neowise sein beste Sichtbarkeit, weil er zu der Zeit der Erde am nächsten war, obwohl er sich bereits wieder von der Sonne entfernte.

Sternbild Großer Wagen und Komet Neowise markiert

 

In den Nächten vom 20./21. und 24./25. Juli spielte das Wetter mit und ich fuhr außerhalb des Ortes mit klarer Sicht zum Nordhimmel und ohne störende Ortslichter. In unseren Breiten ist es selbst um Mitternacht in der Richtung Norden noch nicht völlig dunkel. Erst allmählich wurden die Sterne sichtbar. Nach einiger Suche mit dem Fernglas konnte ich den Komenten unterhalb des Sternbildes des Großen Wagens erkennen, ein spannender Moment!

Das Fotografieren erwies sich auch mit Stativ und Funkauslöser als überraschend schwierig. Auf dem Display bzw. im Sucher der Kamera war es zappenduster, ich konnte nur die allerhellsten Sterne erkennen. Der Autofokus war nicht brauchbar, so dass alles manuell erfolgte. Mit Hilfe der Sucherlupe ließ sich dann fokussieren. Moderne Objektiv haben ja keine definierte Unendlichstellung mehr, man muss den Punkt schon selbst finden. Ein weiteres Problem war die Ausrichtung der Kamera: der Komet war so schwach, dass er mit bloßem Auge nur sehr schwach zu sehen war, im Sucher oder auf dem Display aber gar nicht.

So nahm ich zunächst Fotos mit Weitwinkel auf. Auf den Bildern war der Komet dann durch die lange Belichtungszeit gut zu finden. So musste ich die Kamera auf Verdacht behutsam in die gewünschte Richtung drehen. Weitere Fotos mit stärkerer Brennweite folgten, bis ich mich auf 300 mm (= Kleinbild 600 mm) vorgearbeitet hatte.

Komet im Sternenfeld

Die nächste Schwierigkeit war die Belichtung. Im Telebereich wurden die Sterne bei über 2 Sekunden durch die Erddrehung schon zu Strichen. Um selbst bei ziemlich offener Blende genügend Helligkeit auf den Sensor zu bekommen, habe ich den ISO-Wert teils bis auf 25600 hochgedreht!

Fazit: Insgesamt habe ich das seltene Ereignis zwar dokumentiert, die Bilder sind aber nicht so optimal gelungen, wie ich es mir gewünscht hatte. Lichtstarke Festbrennweiten im Weitwinkel- und im Telebereich hätten bessere Ergebnisse gebracht, Zoomobjektive sind eigentlich zu lichtschwach.

Der Klick auf diesen Link führt zu einem Webalbum, in dem meine besten Bilder des Ereignisse zu sehen sind.

Vielleicht haben wir ja Glück und in den nächsten Jahren taucht wieder ein Komet auf, der genügende Helligkeit erreicht, um mit einer Fotoausrüstung fotografiert zu werden.

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