Liebe in Zeiten von Corona

Anfang April, wenn morgens die Sonne mit ihren wärmenden Strahlen den Tau von den Grashalmen leckt, wird es im Garten unter Blättern und auf dem Rasen lebendig. Grasfrösche, die meist unerkannt nachts wandern, suchen im Schatten Schutz vor Austrocknung. Aber es ist auch die Zeit der Fortpflanzung. Die Frösche zieht es zielsicher zum nahen Teich ihrer Geburt. Dort oder auf dem Weg dahin versuchen die Männchen ein paarungsbereites Weibchen zu besteigen. Dieser “Doppeldecker” ließ sich Zeit für das Liebesspiel und stellte sich fotogen in Pose.

Brandruine Schlosshotel Groß Potrems

Auf unserer Deutschlandfahrt kamen wir auch durch Mecklenburg-Vorpommern. Man braucht schon eine gute Karte, um die Vielzahl von Schlössern, Gutshäusern und Baudenkmälern zu entdecken. Südlich des Autobahnkreuzes Rostock führte unser Weg nach Groß Potrems,  wo unsere Karte ein “Schlosshotel Nordland” verzeichnete. Nur von Hotel keine Spur mehr. Zwar prangte noch der Name über dem Eingangsportal, aber blätternde Farbe, bröckelnder Putz und eine zunehmend verwildernde Parkanlage zeugten von besseren Tagen. Eine blaue Plane über die gesamte Dachfläche und angekokelte Matratzenstapel neben dem Gebäude erklärten diesen Zustand. Das Schlosshotel war Opfer eines Dachstuhlbrandes geworden. Nun stand es verlassen da. Aber aus den unbeschädigten Nebengebäuden hörten wir Geräusche. Neugierig schauten wir in die offenstehenden Türen, erblickten eingerichtete Hotelzimmer, Leitern, Farbeimer, vernahmen Stimmen, Baulärm. Ein Handwerker entdeckte uns, fragte nach unserem Begehr. Er war so etwas wie ein Hausmeister und vom Eigentümer mit dem Wiederaufbau des Hotels beauftragt worden. Unsere Neugier veranlasste ihn, uns eine Führung durch die zerstörten Räumlichkeiten anzubieten. Gern nahmen wir dieses Angebot an. Aufgequollene Fußböden, verschimmelte Tapeten, abgeplatzte Stuckdecken, morsche Möbel, Modergeruch überall – Folgen des Löschwassereinsatzes.

                

Das 1871 errichtete Gutshaus wurde nach einem Brand 1879 im spätklassizistischem Stil 1891 wiederaufgebaut. 1945 wurden die Eigentümer im Zuge der Bodenreform enteignet. Zu DDR-Zeiten wurde das Gutshaus als Konsum genutzt und war dörfliches Zentrum. Ein Berliner Hotelier erwarb 1993 das vom Zerfall bedrohte Herrenhaus, ließ es bis 1996 restaurieren und nutzte es als Schlosshotel mit etwa 30 Zimmern. Nach seinem Tod wurde das Anwesen 2009 verkauft, 2015 meldete das Hotel Insolvenz an. Im Juli 2017 zerstörte ein Feuer den Dachstuhl des zu diesem Zeitpunkt leerstehenden Gebäudes. Die Polizei ging zunächst von Brandstiftung aus, die Staatsanwaltschaft hatte aber das Verfahren eingestellt.