Hamburger Maskenzauber

Der venezianische Karneval zählt zu den berühmtesten der Welt. Seine Ursprünge gehen weit bis in das 12. Jahrhundert zurück. Der Begriff “Carnevale di Venezia” wurde erstmals 1094 in einem Schriftstück des Dogen Vitale Falier verwendet. Ausgehend von den italienischen Fürstenhöfen entwickelten sich seit dem Spätmittelalter immer prunkvollere und aufwändigere Formen des Karnevals. Zu Lebzeiten Casanovas im 18. Jahrhundert erreichte der Karneval seine größte Pracht.

Der Maskenzauber Hamburg ist eine Hommage an den Karneval in Venedig. Bezaubernde Masken und beeindruckende Kostüme, verbunden mit dem Flair der Hansestadt zwischen Alsterarkaden und Colonnaden.  Der Maskenzauber hat sich im Laufe der Jahre zu einem festen und in seiner Form einmaligem Event im Hamburger Straßenkulturleben entwickelt. Zwischen den Alsterarkaden und den Colonnaden haben wir  fantasievolle Kostüme und Karnevalisten bei diesem Event im venezianischen Stil bewundern können.

Jürgen&Peter

             

                                                                                                                    

          

                          

                            

                                     

          

Lost Places Tour

In der letzten Woche war ich mit einer Bekannten aus Dresden und einer weiteren Fotografin aus dem Ruhrgebiet auf Lost Places Tour in Thüringen und Sachsen-Anhalt. Als Basis für die Tour hatten wir Jena gewählt. Von dort aus haben wir dann Tagestouren zu den einzelnen Locations unternommen.

Am Donnerstag waren wir zunächst noch zu zweit in Zeitz, wo wir vier sehr unterschiedliche Locations “abarbeiten” konnten. Am Freitag ging es zunächst zu einem Kulturhaus aus DDR-Zeiten (erbaut Anfang der 50er Jahre). Hier waren wir angemeldet und konnten “ganz offiziell” fotografieren. Auf der Fahrt zu unserem nächsten Ziel, einer verlassenen Lungenheilstätte, kamen wir in einer kleinen Ortschaft an einer leerstehenden Fabrikantenvilla vorbei und beschlossen, diese näher in Augeschein zu nehmen. Die Villa erwies sich als lohnendes Objekt für uns Fotografen. Das war ein kleiner Trost, denn in der Lungenheilstätte war der Verfall inzwischen u. a. durch einen Brand so weit fortgeschritten, dass es nur noch wenige Motive gab.

Den ganzen Samstag verbrachten wir im Schloss Vitzenburg. Hier gab es unzählige Motive, sowohl innen, als auch außen und in den Stallungen. Diese waren kürzlich für Filmaufnahmen neu hergerichtet worden. Auch hier waren wir angemeldet und offiziell unterwegs.

Am Sonntag fotografierten wir zunächst zwei schon länger abgestellte Werkslokomotiven. Danach ging es zu einem Schloss in Friedrichsroda. Hier mussten wir feststellen, wie sich bei einem Lost Place die Dinge innerhalb einiger Wochen ändern können. Alles war verrammelt und verriegelt. Außerdem gab es Kameraüberwachung. Da war nicht hinein zu kommen. Daher musste Plan B herhalten, ein ehemaliges FDGB Hotel im Thüringer Wald. Dort lag noch viel Schnee und die Leute waren auf den Langlaufloipen unterwegs. Im Hotel, einem Plattenbau aus DDR-Zeiten, gab es Feuchtigkeitseinbrüche durch das undichte Dach. Da das schon länger der Fall war, gab es in vielen Zimmern Algenbewuchs auf Decke, Wänden und dem Boden. In den Leitungen gluckerte manchmal das Wasser. Es war schon etwas gespenstisch dort. Zum Schluss waren wir noch in Westthüringen und haben die alte Kutsche eines Bestatters fotografiert.

Alles in allem eine tolle Tour mit sehr unterschiedlichen Motiven, die mir viel Spaß und Lust auf mehr gemacht hat. Hier sind schon mal ein paar erste Bilder:

 

 

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Die ersten Bienen des Jahres

Frühblüher wie Winterlinge, Schneeglöckchen, Krokusse oder Märzbecher schauten schon eine Weile aus der Erde, ohne richtig zu blühen. Jetzt am Wochenende sind die Temperaturen ein wenig nach oben gegangen und die Sonne schien viele Stunden. Sofort reagieren die startbereiten Blüten und öffnen sich. Das lockt natürlich auch den Fotografen wieder nach draußen 📷. Ich fotografiere die ersten Büten zwar jedes Jahr aufs Neue, aber man entwickelt immer neue Ideen und neue Techniken, die ausprobiert werden wollen.

 

 

 

 

 

 

 

Wenn die Temperaturen dann über ca. 10° steigen, sieht man auch die ersten Bienen und andere Insekten. Da es für das Focus-Stacking überwiegend zu windig war 🙁, habe ich versucht, die Bienen beim Blütenbesuch aufzunehmen. Das ist immer eine ziemliche Herausforderung, da sie natürlich emsig beschäftigt sind und nicht daran denken, für den Fotografen ein wenig still zu halten 😡.

 

 

 

 

 

 

 

Trotzdem sind mir einige erste Bilder gelungen, aber zufrieden bin ich damit noch lange nicht 😉.

Wer die Serie meiner ersten Frühblüher und der ersten Insekten sehen möchte, kann sich auf meiner Webseite dieses Album ansehen.

Brandruine Schlosshotel Groß Potrems

Auf unserer Deutschlandfahrt kamen wir auch durch Mecklenburg-Vorpommern. Man braucht schon eine gute Karte, um die Vielzahl von Schlössern, Gutshäusern und Baudenkmälern zu entdecken. Südlich des Autobahnkreuzes Rostock führte unser Weg nach Groß Potrems,  wo unsere Karte ein “Schlosshotel Nordland” verzeichnete. Nur von Hotel keine Spur mehr. Zwar prangte noch der Name über dem Eingangsportal, aber blätternde Farbe, bröckelnder Putz und eine zunehmend verwildernde Parkanlage zeugten von besseren Tagen. Eine blaue Plane über die gesamte Dachfläche und angekokelte Matratzenstapel neben dem Gebäude erklärten diesen Zustand. Das Schlosshotel war Opfer eines Dachstuhlbrandes geworden. Nun stand es verlassen da. Aber aus den unbeschädigten Nebengebäuden hörten wir Geräusche. Neugierig schauten wir in die offenstehenden Türen, erblickten eingerichtete Hotelzimmer, Leitern, Farbeimer, vernahmen Stimmen, Baulärm. Ein Handwerker entdeckte uns, fragte nach unserem Begehr. Er war so etwas wie ein Hausmeister und vom Eigentümer mit dem Wiederaufbau des Hotels beauftragt worden. Unsere Neugier veranlasste ihn, uns eine Führung durch die zerstörten Räumlichkeiten anzubieten. Gern nahmen wir dieses Angebot an. Aufgequollene Fußböden, verschimmelte Tapeten, abgeplatzte Stuckdecken, morsche Möbel, Modergeruch überall – Folgen des Löschwassereinsatzes.

                

Das 1871 errichtete Gutshaus wurde nach einem Brand 1879 im spätklassizistischem Stil 1891 wiederaufgebaut. 1945 wurden die Eigentümer im Zuge der Bodenreform enteignet. Zu DDR-Zeiten wurde das Gutshaus als Konsum genutzt und war dörfliches Zentrum. Ein Berliner Hotelier erwarb 1993 das vom Zerfall bedrohte Herrenhaus, ließ es bis 1996 restaurieren und nutzte es als Schlosshotel mit etwa 30 Zimmern. Nach seinem Tod wurde das Anwesen 2009 verkauft, 2015 meldete das Hotel Insolvenz an. Im Juli 2017 zerstörte ein Feuer den Dachstuhl des zu diesem Zeitpunkt leerstehenden Gebäudes. Die Polizei ging zunächst von Brandstiftung aus, die Staatsanwaltschaft hatte aber das Verfahren eingestellt.

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Zauberhafte erste Blüten des Jahres

Kaum ist der Jahreswechsel vorbei, kann man im Garten schon die ersten Blüten entdecken. Wir haben vor vielen Jahren zwei Zaubernuss-Gehölze (Hamamelis) angepflanzt, die sehr langsam wachsen, eines hat aber inzwischen eine Höhe von gut drei Metern erreicht.

In jedem Jahr, egal ob kalt oder warm, beginnt die Blüte bereits ungefähr zu Weihnachten/Neujahr und dauert gut einen Monat. Die fadenartigen, leuchtend gelben bis roten Blütenblätter (die orange-rote Variante blüht bei uns immer zuerst) überziehen den ganzen Strauch und sind unverwechselbar.

In Ermangelung eines blauen Himmels und genügender Windstille haben ich einen kleinen Zweig abgeschnitten und nach drinnen in mein provisorisches Studio getragen. Ein blauer Hintergrundkarton musste den Himmel ersetzen.

Dann habe ich eine Reihe an Bilder mit der Focus-Stacking-Methode aufgenommen. Es sind jeweils etwa 60 Bildern, die zu einem scharfen Gesamtbild verrechnet wurden.

Eine kleine Auswahl zeigt ich hier. Nun warte ich darauf, dass auch die gelbe Hamamelis ihre Blüten öffnet.

Beelitz-Heilstätten

Zwischen den Feiertagen habe ich eine der letzten Gelegenheiten genutzt um in Deutschlands bekanntestem Lost Place, den Beelitz-Heilstätten bei Potsdam, zu fotografieren.

Die Anlage wurde von der Landesversicherungsanstalt Berlin zwischen 1898 und 1930 als Arbeiter-Lungenheilstätte errichtet und umfasst ca. 60 Gebäude. Es waren getrennte Sanatorien für Frauen und Männer eingerichtet. Der größte Teil der denkmalgeschützten Anlage ist bereits saniert und unterschiedlichen Nutzungen (u. a. Reha- und Parkinson-Klinik) zugeführt. Teile der ehemaligen Wirtschaftsgebäude, darunter das Kraftwerk, wurden mit EU-Fördermitteln umfassend saniert und sind heute ein technisches Denkmal, das durch einen Förderverein betreut wird.

Die Büro- und Aufenthaltscontainer der Baufirma sind bereits aufgestellt. Da die Arbeiten aber erst im April beginnen werden, gibt es für Kurzentschlossene bis dahin eventuell noch freie Termine.

Bei dieser Fototour hatten wir sieben Stunden Zeit, um in den letzten unsanierten Gebäuden – der Zenralbadeanstalt, einem Wohnpavillon des Männersanatoriums, dem Verwaltungsgebäude, dem Heizhaus, der Wäscherei, der Fleischerei, sowie diversen kleinen Wirtschaftsgebäuden – zu fotografieren. Der Erhaltungszustand der Gebäude ist sehr unterschiedlich. In den Wirtschaftsgebäuden ist er eher schlecht bis beängstigend, in der Zentralbadeanstalt, dem Wohnpavillon und dem Verwaltungsgebäude deutlich besser. Hier gibt es auch deutlich weniger Graffitis und mutwillige Zerstörung. Mir ging es wie immer auf solchen Touren – ich hätte die doppelte Zeit gebraucht, um alles “im Kasten” zu haben, was ich wollte :-)). Die hier gezeigten Fotos geben einen ersten Überblick.

 

   

 

Jahresrückblick mit eindrucksvollen Bildern

Beim letzten Clubabend des Jahres hatten wir unser langjähriges Mitglied Jens Kählert zu Besuch. Jens unternimmt jedes Jahr mehrere ausgiebige Fotoreisen zu den interessantesten Naturlandschaften Europas.

Gestern präsentierte er uns seinen Jahresrückblick 2018 mit ganz besonderen Bildern von Landschaften und Tieren. Seine Fotos zeigen immer ganz spezielle Ansichten, die präzise ausgewählt wurden und seine Tieraufnahmen zeigen das Leben und den Charakter der Arten.

Ein Zusammenfassung jeder Reise in Form einer mit Musik untermalten Überblendshow rundete das jeweilige Thema ab.

Diese Collage zeigt ein paar der Bilder, die von meiner Sitzposition von der Leinwand abfotografiert wurden.
Nach dem Vortrag wurde noch eine ganz Weile diskutiert, alte Erinnerungen wurden aufgefrischt und neue Pläne vorgestellt.

 

 

 

 

 

Wer mehr Bilder von Jens sehen möchte, geht auf seine Webseite.